10 Gigabit Ethernet auf dem Weg zum Mainstream

NetzwerkkarteWenn man sich die aktuelle Proliant Generation 8 von HP ansieht, so stellt man fest dass man bei den Performance Modellen zwischen 4x 1GBit oder 2x 10GBit für das Flex-LOM wählen kann. Diese Servergeneration ist seit Ende 2012 am Markt und der Fingerzeig ist eindeutig: Wer VLANs nutzt, dem helfen 2x10GBit einfach viel mehr als 4 oder mehr konventionelle Schnittstellen.

Um das Ganze einmal aus dem Blickwinkel Hyper-V, Windows Server und HP Proliant zu betrachten kann man kurz sagen:
– Redundante Anbindung des Servers an zwei Switche
– Traffic-Shaping durch Port-Profile auf Hyper-V
– Zwei mal Glas aufpatchen, den Rest erledigt die Software
– Kiloweise Kupferkabel eingespart

Beispiel:
Wenn wir ein Hyper-V Cluster betreiben wollen, so liegt die empfohlene Anzahl der Schnittstellen je nach Quelle meist zwischen 4 und 6. Um Redundanz zu haben bräuchte man demnach 8 bis 12 Gigabit-Schnittstellen. Das wird dann in den 1HE Servern schon eng, denn an weitere Adapter wie HBA / HCA ist dann nicht mehr zu denken! Da aber Platz in den Racks teuer ist, scheiden 2HE-Server in den meisten Fällen aus.
Aber weiter: für eine Redundante Anbindung benötigen wir natürlich auch mindestens 2 Switche. Belegt jeder Knoten aber schon 6 Ports bleiben von einem großzügigem 48-Port-Switch nach nur 6 Clusternodes 12 Ports übrig – und irgendwie müssen die Switche ja auch mit ihren Nachbarn (redundant) kommunizieren.
Halten wir also fest: 6 Clusternodes belegen bei konventioneller Verkabelung zwei 48er Switche fast vollständig

Betrachten wir uns das Ganze unter 10GBit:
6 Nodes á 2 Ports ergeben 6 belegte Ports auf jedem der beiden Switche, bleiben je nach Größe mindestens Reserven für 4 weitere Nodes bei einem 14-Port-Switch.
Und wir haben genug Platz in den Servern für HBA / HCA oder weitere 10GBit-Adapter zur Anbindung an die SAN als iSCSI oder FCoE.

Natürlich ist 10GBit-Hardware teurer als 1GBit-Ausrüstung. Dennoch ergeben sich deutliche Vorteile durch den Umstieg auf 10G LWL:

  • Faktischer Entfall der von Kupfer her bekannten Probleme wie Packet-Loss, FEXT, NEXT, usw.
  • Bessere Kühlung der Systeme durch viel weniger und dünnere Kabel
  • Reduktion der Portzahl, damit auch – je nach Hersteller – Einsparungen bei Lizenzen für Switchports oder Monitoring-Software
  • Reduktion der Energiekosten, da weniger Netzwerkhardware benötigt wird
  • Einfachere räumliche Trennung, da das Entfernungslimit von 100m für Kupfer entfällt
  • Schaffung von Bandbreitenreserven für zukünftige Aufgaben

Fazit:
Beobachtet man die Preise für 10GBit-Ausrüstung, so liegen diese vergleichbar mit den Preisen von GBit-Hardware kurz nach deren Einführung. Zunehmende Verbreitung, höhere Stückzahlen und kostenoptimierte Fertigung werden ihren Teil zum Preisverfall beitragen.

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