Hyperthreading und die Mär von den doppelten CPU-Kernen

magician

Schon seit Jahren ist Hyperthreading ein Kernbestandteil von hochwertigen Serverprozessoren. Betriebssysteme wie Windows zeigen dann die doppelte Menge physikalischer Prozessorkerne an; ein einfacher Quad-Core-Prozessor verfügt demnach über 8 Kerne. Jedoch kann auch das Virtualisieren von Kernen nicht einfach die Physik aufheben und die Rechenleistung verdoppeln.

Hyperthreading bedeutet eine theoretische Leistungssteigerung, ja! Aber keine Verdopplung der Rechenleistung – realistischer ist eine Steigerung der Effizienz um, ca. 20%.
Neben älteren Betriebssystemen, die nicht oder nur eingeschränkt hyperthreadingfähig sind (erst seit Windows 7 können 6-Kern CPUs mit 12 Threads bedient werden), gibt es natürlich auch Software, die die Vorteile dieser Technologie nicht ausschöpfen kann.
Bisweilen gibt es sogar Software, für die Hyperthreading als CPU-Feature deaktiviert werden sollte – Prominentes Beispiel: Microsoft Exchange Server 2013
Auszug aus dem TechNet:
Hyperthreading stellt Herausforderungen an die Kapazitätsplanung und -überwachung, und daher ist die erwartete Verringerung des CPU-Aufwands wahrscheinlich nicht gerechtfertigt. Hyperthreading sollte für Exchange-Produktionsserver standardmäßig deaktiviert werden und nur aktiviert werden, wenn es als vorübergehende Maßnahme zur Steigerung der CPU-Kapazität absolut notwendig ist, bis zusätzliche Hardware vorhanden ist.
Anders sieht es beispielsweise bei der Kapazitätsplanung zur Virtualisierung aus. Hier werden die physikalischen und virtuellen Kerne zu logischen Prozessoren addiert um eine Grundlage für die x zu 1 – Berechnung zu haben (abzüglich der logischen Prozessoren für das Host-Betriebssystem natürlich).

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