Shared vhdx für Gastcluster – netter Versuch

Shared vhdx wird für Gastcluster als DAS Killer-Feature gehandelt. Ist das wirklich berechtigt oder sind die redmonder Marketing-Spezialisten nur sehr gut?

Bei shared vhdx handelt es sich um die Möglichkeit, eine virtuelle Disk auf einer SAN oder einer (SMB-)Freigabe als Clusterlaufwerk zu nutzen. Es gibt einige Blogs, die dieses Feature sehr loben und dabei die Nachteile der Konfiguration dezent ausblenden. Das Ganze wirkt auf mich so ein bisschen wie bei der User Profile Disk: Netter Ansatz, aber dann doch nicht rechtzeitig fertiggestellt um vollen Funktionsumfang in das fertige Produkt zu implementieren – so viel zum Thema 2-jährige Releasezyklen…

In Hyper-V versteckt sich die Option für die shared vhdx in den Advanced Settings der betreffenden VHD:

shared vhdx in Hyper-V
shared vhdx in Hyper-V

Es sieht also so aus, als würde ein einzelner Haken reichen, die Konfiguration “abzuhaken”, aber leider gibt es hier einige Einschränkungen, auf die bei der Implementierung nirgends hingewiesen wird:

  • Die shared vhdx kann nur zu einer abgeschalteten virtuellen Maschine hinzugefügt werden.
  • Um shared vhdx zu vergrößern oder anderweitig zu verändern muss der gesamte Cluster offline sein(!)
  • Es kann kein Host-Level-Backup der shared vhdx durchgeführt werden, es muss klassisch clientseitig gesichert werden.
  • Hyper-V Replica und Live Migration sind nicht möglich.
Obwohl diese Nachteile nicht besonders laut kommuniziert werden, hat Microsoft nachgebessert. So sind in der Technical Preview 3 für Server 2016 die folgenden Verbesserungen enthalten:
  • Host-Level-Backup
  • Hyper-V Replica
  • dynamische Größenanpassung der shared vhdx

Es scheint also Land in Sicht! Denn wenn man ehrlich ist, dann ist das gepriesene Feature nicht uneingeschränkt nutzbar. Man muss sich vor Allem einmal fragen, warum man einen Cluster baut, das man bei Änderungen an den virtuellen Festplattengrößen komplett offline nehmen muss? Wer nun meint, dass ich auf hohem Niveau jammere und man ja einfach eine dynamisch wachsende Festplatte mit großem Maximum nutzen könnte hat vielleicht recht. Aber ich finde es äußerst unangenehm, wenn ich durch Nutzung eines Features (shared vhdx) andere Features nicht nutzen kann (Hyper-V Replica, Host-Level-Backup).

Ich denke, meine Fileserver werden erst mit Server 2016 ein Gast-Cluster mit shared vhdx bekommen!

 

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