XenDesktop Server VDI zeigt HDX 3d Pro an und friert ein

Warum Server VDI?

Wie sicherlich bekannt ist, darf der Windows Server Datacenter auf einer Hardware unbegrenzt virtualisiert werden, auf einer entsprechend Lesitungsfühigen Plattform können so dann mehrere Dutzend oder noch mehr Windows Server VM betrieben werden, die dann von den Lizenzkosten her über die physikalische Plattform schon bezahlt sind. Da man bei Windows Servern die Desktopdarstellung einfach als Feature installieren kann, gibt es optisch keinen großen Unterschied mehr zum Client.

Diesen Umstand kann man natürlich auch mit XenDesktop für VDI-Zwecke nutzen. Zwar erkennt der Installer das Server-Betriebssystem und blendet XenDesktop aus. Aber über die Kommandozeile kann man mehr als “nur” eine XenApp-Installation vornehmen:

Mit dem Schalter /servervdi lässt sich auch auf einem Serverbetriebssystem ein XenDesktop VDA installieren.

Wo kommt denn plötzlich HDX 3d Pro her?

Das alles klappt sehr gut und geht auch zügig von der Hand, aber beim Starten des Desktops fror die Maschine regelrecht ein und die CPU-Last ging auf über 90% dauerhaft. Beteiligt ist hierbei der Windows Desktop Dienste Manger (WDM.exe), oder auch WDDM. Kurios war nun, dass man beim Verbinden auf die VM per VMConnect oder RDP diese Probleme nicht hatte – alles funktionierte wie es sollte. Griff man über Netscaler und Storefront zu, war wieder “hängen im Schacht” angesagt. CPU Last hoch, WDM.exe mit über 65% CPU-Last beteiligt. Die Anmeldung blieb auch oft in einem schwarzen Bildschirm (auch ein beliebtes Thema bei XenDesktop mit einer Vielzahl von Fehlerquellen) hängen.

Was mich dann stutzig machte, war ein kleines, blaues Symbol, dass die anderen Maschinen nicht zeigten: “HDX Pro 3d Indikator: Verlustfrei” zeigte dieser an. Recherchen zeigten, dass diese Anzeige auf einem Serverbetriebssystem nicht auftauchen dürfte. Tat sie aber! Citrix erklärt nur: Wenn HDX 3d Pro mit installiert wurde, muss nur der VDA deinstalliert werden und ohne die Option zu markieren wieder installiert werden. Klingt einfach, aber ich hatte die Option ja (korrekterweise) nicht angezeigt bekommen und konnte sie auch nicht installiert haben.

Weitere Recherchen, wie man HDX 3d Pro deinstallieren kann, blieben erfolglos – denn es sollte halt nicht da sein, wo es nun mal war.

Um ganz sicher zu gehen installierte ich eine zweite Maschine und installierte den VDA komplett mit allen Parametern über die Kommandozeile, nicht dass ein Bug der GUI seinen Schabernack spielte. Doch auch hier war das Bild identisch.

Irgendwann fiel mir bei einem Forenthread ein Halbsatz mit Hinweis auf den Displaytreiber auf, und siehe da: Der Citrix Displaytreiber hatte ein gelbes Warnsymbol. Die Spur war also heiß. Ich recherchierte also weiter in Richtung des Citrix Displaytreibers und fand dann heraus: Es gibt keine Freigabe von Citrix für Hyper-V Generation 2 VM! Das ist alles. Leider taucht diese Information nicht so explizit auf. Lediglich bei den Citrix Machine Creation Services MCS wird dies auf Nachfrage genannt. Mit diesem Verdacht wurden auch der aktuellste Release XenDesktop 7.9 gegoogelt und siehe da: Auch hier gibt es noch keine Freigabe für Gen2 VM.

Tatsächlich wird bei Citrix XenDesktop 7.9 auch explizit eine Verbesserung der UEFI-Kompatibilität in den Releasenotes beworben, aber eben nicht für Gen2 VM.

Und die Lösung?

Die Lösung ist maximal simpel: Man muss eine gute, alte Generation 1 VM bereitstellen, mitsamt ihres virtuellen BIOS – dann fluppt wieder alles auf Anhieb!

SO soll das aussehen, nicht anders!
SO soll das aussehen, nicht anders!

Übrigens: Zeitaufwand, den Kuddelmuddel aufzuklären: 7 Tage…

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